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Narrensicherheit im Prozess

Ein Beschichtungsprozess von hochwertigen Glasbauteilen wurde durch ein metallisches Werkzeug beeinflusst, das man beim Rüsten in der Anlage zurückgelassen hatte. Die extrem teuren Bauteile waren nach der Beschichtung nicht mehr zu gebrauchen, da sich unerwünschte Metallbestandteile auf der Oberfläche abgesetzt hatten. Der Vorgesetzte ist der Meinung, dass so etwas hätte nicht passieren dürfen und plädiert für eine Personalmaßnahme.

Was ist zu tun? Sofort handeln? NEIN! Es gibt einen besseren Weg ...

Ich reflektiere die Situation und mache den Betroffenen klar, dass Fehler bei Menschen niemals auszuschließen sind. Selbst der sorgfältigste Mitarbeiter kann in Situationen kommen, in denen er etwas übersieht. Genau genommen sind Fehler dazu noch echte Chancen. Ich schlage vor, das zu akzeptieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die den Prozess sicherer machen (TÜRÖFFNER 1: WERTSCHÄTZUNG). Nun werden viele Dinge aus den bereits gemachten Erfahrungen diskutiert, die Problematik wird von mehreren Seiten intensiv beleuchtet. Man kommt schließlich zu dem Ergebnis, dass man eben doch eine 100%-ige Aufmerksamkeit und Disziplin von den Mitarbeitern verlangen muss. Fehlanzeige? Nein, jetzt kommt der TÜRÖFFNER 2: IN LÖSUNGEN DENKEN ins Spiel. Ein gemeinsames Brainstorming zur Frage: Wie kann man sicherstellen, dass alle Werkzeuge nach dem Rüsten wieder außerhalb der Anlage abgelegt sind? ergibt einige interessante Vorschläge. Durch methodische Unterstützung und etwas Nachbohren meinerseits entwickeln die Mitarbeiter einen genialen Lösungsvorschlag: Ein Shadowboard. Wir entwerfen solch ein „Schattenbrett“, auf dem alle erforderlichen Werkzeuge für den Umrüstvorgang in einzelnen Schaumstoffnestern abgelegt sind und lassen es bauen. Dieses Shadowboard wird nun jedes Mal zusammen mit dem Rüstwagen bereitgestellt und muss nach dem Umrüsten wieder vollständig bestückt sein. Ein kontrollierender Blick darauf vor dem Schließen der Anlagentür genügt, und die gewünschte Sicherheit ist gegeben.

DAS ERGEBNIS-ERLEBNIS: „Wie, so einfach ist das?“ Alle sind erstaunt, dass man einen Prozess durch ganz einfache Hilfsmittel sicherer machen kann. Man muss nur darauf kommen. Es ist nicht immer sinnvoll, sofort nach den Schuldigen zu suchen, sondern Fehler zu begrüßen und richtig damit umzugehen. Der Verantwortliche hat verstanden, dass der Vorfall nicht ein Problem bei seinen Mitarbeitern aufgedeckt hat, sondern ein Defizit in der Führung und Verantwortung für den Prozess. Schade, die teuren Bauteile sind immer noch Ausschuss, aber es gab einen echten Lernfortschritt. Und der bestimmt die Zukunft!